Schlecker schleckt sich die Finger – die Angestellten lecken sich die Wunden


Christina Leib, Montag den 16.08.2010

Rund 32 tausend Angestellte des Marktführers Schlecker erschraken, als sie jetzt im August und bundesweit ihre Gehaltsabrechnungen lasen. Ohne dass irgendeine Vorinformation durchsickerte, wurden die Überstunden der mehrheitlich Teilzeitbeschäftigten zum August nicht mehr ausbezahlt. Die Menschen wurden noch nicht einmal mehr gefragt, ob sie ihre Überstunden ausbezahlt oder in Freizeit abgegolten haben wollten.
Die Überstunden, die gerade Teilzeitbeschäftigte auf sich nehmen müssen, um auf einen geringen Tariflohn aufzustocken, landen als Zahl auf einem „Mehrarbeits-Depot“.
Die Gewerkschaft Ver.di empört sich über diesen eindeutigen Verstoß gegen den Tarifvertrag und fordert Betriebsräte auf, ihr Mitbestimmungsrecht durchzusetzen. Die nicht gezahlten Gelder müssten zudem ausgezahlt werden.
Die Macht- und Konzernzentrale des Marktführers versteckt sich hinter den Regalen und wollte keine Stellungnahme abgeben.
Wie viele andere habe auch ich seit Jahren die Marktführung von einem Konzern wie z.B. Schlecker nicht auch noch durch Einkäufe vorangebracht. Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten des gierigen Drogeriemultis stanken uns schon viel zu lange. Wir wollten uns nicht die Hände schmutzig machen und mitschuldig werden an der Entrechtung der Erwerbstätigen, sowie am Kaputtmachen kleinerer Drogerien, insbesondere, wenn diese Produkte ohne Tierversuche verkaufen.
Schlecker stinkt uns und nicht erst seit es xxl gibt.
Christina Leib, August 2010  




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