Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Dr. Heiner Massmann

„Corona erhöht soziale Ungleichheit“

„Corona erhöht soziale Ungleichheit“

 

 

Keine Rentenerhöhung 2021 in Westdeutschland!

 

 

„Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie müssten im  Monat mit 1092 Euro (als Mann) bzw. 775 Euro (als Frau) auskommen? Könnten Sie sich damit eine schicke Wohnung mieten? Könnten Sie sich auch ein kleines Auto leisten? Und hätten Sie dann auch noch etwas Geld über für einen erholsamen Urlaub im Jahr?“, fragt Dr. Heiner Massmann, Mitglied im Rat der Gemeinde Wurster Nordseeküste (DIE LINKE).

 

Die meisten Rentnerinnen und Rentner, die von diesen Beträgen pro Monat leben müssten, werden die meisten der gestellten Fragen mit „Nein!“ beantworten müssen. Tatsächlich ist es traurige Wahrheit – so die Arbeitnehmerkammer für BHV und HB -, dass alle Rentner, die im Jahr 2019 in Rente gegangen sind, von 1092 Euro leben müssen! Bei Rentnerinnen beläuft sich die Summe sogar nur auf 775 Euro pro Monat.  

 

„Selbst die Altersrente für besonders langjährige Versicherte beträgt durchschnittlich nur 1311 Euro/Monat. Zu bedenken ist aber, dass die Bedingung „45 Beitragsjahre“ nur ein Bruchteil der Altersrentner*innen überhaupt erfüllen kann. Lediglich 1,16 Mio. Rentner hatten 2018 Anspruch darauf -  das sind weniger als 6,4 Prozent aller Altersrentner*innen!“, gibt Heiner Massmann zu bedenken.

 

In diesen unterschiedlichen Rentenhöhen spiegelt sich die gewaltige Lohnlücke zwischen Frauen und Männer wider, die selbst im Jahr 2019 noch unglaubliche 20 Prozent betrug! Dieser gewaltige Unterschied entsteht aufgrund einer entsprechenden Einkommenslücke, da Frauen öfter in schlecht(er) bezahlten Berufen tätig sind, seltener in Führungspositionen gelangen und häufiger in Teilzeit arbeiten. Hinzu kommt, dass Frauen oftmals ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. 

 

Belastend kommt weiterhin hinzu, dass die Corona-Pandemie die soziale Ungleichheit erhöht. Verlierer sind vor allem Alleinerziehende. Und im Jahr 2021 wird es laut Ankündigung im Westen Deutschlands keine Rentenerhöhung geben!

 

Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Mini-Renten und Altersarmut gehören: Rentenniveau auf 53% erhöhen; Mindestlohn auf 12 Euro/Stunde erhöhen (was auch der DGB fordert!); Zeiten für Kindererziehung und Pflege müssen deutlich besser abgesichert werden; alle Erwerbseinkommen, also auch die von Beamtinnen und Beamten, Politikerinnen und Politikern sowie von Selbständigen, in die Rentenversicherung einbeziehen uvm.

 

„Die Einführung der Grundrente war zwar richtig und notwendig. Allerdings muss sie an einigen Stellen noch deutlich nachgeschärft werden“, sagt Dr. Massmann auch im Namen des Sozialverbandes Deutschland in Nordholz, dessen 2. Vorsitzender er ist.

 

Bei der Neugestaltung unseres Rentensystems könnte es durchaus hilfreich sein, einmal nach Österreich zu schauen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat berechnet, dass das Rentenniveau dort deutlich über dem in Deutschland liegt:    Durchschnittsrentner erhalten 1958 Euro/Monat, also rund 800 Euro mehr als in Deutschland. Bei den Frauen beträgt der Unterschied immerhin 488 Euro monatlich!

 

Die über viele Jahre angestiegene Altersarmut macht eins sehr deutlich: Obwohl diese Probleme, die so viele Menschen negativ beeinträchtigen, schon so lange bekannt sind, sind sie nicht verhindert worden! Das ist extrem bedauerlich. Viele andere Baustellen – z.B. marodes Schulen, unterfinanziertes Gesundheitswesen, kaputte Straßen und Brücken, rückständige Digitalisierung,...und...und...und – sind heute ebenfalls bekannt! „Werden wir in 10 Jahren auch über diese Probleme noch klagen müssen, weil in der Zwischenzeit nichts getan worden ist?“, fragt Heiner Massmann abschließend