Kein Werben fürs Sterben: Die Linke Cuxhaven fordert zivile Friedensbildung statt Pistorius' Wehrdienst-Kurs
Anlässlich des geplanten Besuchs von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in Cuxhaven bezieht der Kreisverband der Partei Die Linke entschiedene Stellung gegen die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft. Die Linke Cuxhaven erteilt den Plänen Pistorius' und der damit wahrscheinlichen Wiedereinführung der Wehrpflicht eine klare Absage.
Statt junge Menschen auf die Kriege der Zukunft vorzubereiten und Milliarden in die Rüstungsindustrie zu pumpen, fordert die Partei eine radikale Kehrtwende: Statt unkontrollierter Aufrüstung, den massiven Ausbau des zivilen Friedensdienstes sowie eine flächendeckende Verankerung von Grundlagen im Bereich der Friedensforschung sowie Diplomatie an niedersächsischen Schulen.
Mit Blick auf die kommenden politischen Weichenstellungen im Land und vor Ort muss das erfolgreiche niedersächsische Projekt „Modellschulen für Friedensbildung“ der Friedensorganisation KURVE Wustrow e.V. zum Standard werden.
Dazu erklärt Die Linke Cuxhaven:
„Pistorius missbraucht seine Position, um die Jugend auf Kriegstüchtigkeit zu trimmen und den Zwang zum Wehrdienst durch die Hintertür zu etablieren. Wir sagen ganz deutlich: Die Bundeswehr hat an unseren Schulen nichts zu suchen! Wahre Sicherheit schaffen wir nicht durch Panzer und Kasernen-Mentalität, sondern durch Diplomatie, strategische Abrüstung und die Ausbildung ziviler Konfliktlöser*innen. Das Land Niedersachsen muss die propagandistisch anmutende militärische Beeinflussung aus den Klassenzimmern verbannen und stattdessen in die Vermittlung der Grundlagen der Friedensforschung – von der Grundschule bis zur Oberstufe – investieren.“
Mit Blick auf die Landespolitik und die anstehenden kommunalen Debatten formuliert Die Linke Cuxhaven drei unmissverständliche Kernforderungen:
Kriegs-Mentalität verhindern – Friedensbildung verankern: Die Themen Konfliktbewältigung, zivile Diplomatie und historische Friedensarbeit dürfen keine Randthemen sein. Die Linke fordert die verbindliche Aufnahme von Friedensbildung in die niedersächsischen Lehrpläne – konsequent von der Grundschule bis zur Oberstufe.
Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken: Pädagoginnen dürfen nicht vor moralische Konflikte gestellt werden. Stattdessen müssen fundierte Fortbildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden, um komplexe geopolitische Konflikte sachlich und kritisch an die Schüler vermitteln zu können. Friedensbildung fördert gezielt die Fähigkeiten und Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten. Methoden gewaltfreier Konflikttransformation müssen im Lehramt verankert werden.
Fachpersonal für Friedensbildung an die Schulen – Jugendoffiziere raus: Die Linke fordert ein sofortiges Ende der einseitigen Privilegien für Jugendoffiziere der Bundeswehr. Schulen dürfen nicht als Rekrutierungs- und PR-Flächen für das Militär genutzt werden. Statt Jugendoffizieren, die den Krieg normalisieren, braucht es flächendeckend Raum und finanzielle Mittel für unabhängige Fachkräfte der zivilen Konfliktbearbeitung.
Die Linke Cuxhaven wird den Widerstand gegen Aufrüstung und Wehrdienst sowohl auf kommunaler Ebene als auch im Land konsequent vorantreiben. Ein zukunftsfähiges Bildungssystem muss junge Menschen dazu befähigen, vorherrschende Militärdoktrinen kritisch zu hinterfragen und aktiv zivile Alternativen zu Krieg und Zerstörung mitzugestalten.
